{"id":10,"date":"2020-02-17T19:03:15","date_gmt":"2020-02-17T19:03:15","guid":{"rendered":"http:\/\/pakb.malermusicus.de\/?page_id=10"},"modified":"2020-02-17T19:05:06","modified_gmt":"2020-02-17T19:05:06","slug":"zur-abenteuerlichen-geschichte-des-basler-clara-schumann-erard-fluegels","status":"publish","type":"page","link":"http:\/\/pakb.malermusicus.de\/?page_id=10","title":{"rendered":"ZUR ABENTEUERLICHEN GESCHICHTE DES BASLER CLARA SCHUMANN-ERARD-FL\u00dcGELS"},"content":{"rendered":"\n<p>Der Clara Schumann-fl\u00fcgel, auf dem sie ab 1853 etwa 40 Hauskonzerte gab, stand 1852-1920 im Haus &#8218;Zossen&#8216;<br>in der &#8222;Dalbe&#8220;(= St.Alban Vorstadt, historische Strasse der \u00e4ltesten Basler Familien) &#8211; beim Musikm\u00e4zen Daniel Heusler- Thurneysen.<\/p>\n\n\n\n<p>Dieser war verm\u00f6gend und ein HobbyKomponist und &#8211; Pianist, der gesch\u00e4ftlich oft in Paris war, wo er auch<br>mit dem (1849 verstorbenen) Frederic Chopin privat gut bekannt war.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"http:\/\/www.malermusicus.de\/erard\/bilder\/fluegel\/IMG_6493.PNG\">Chopin<\/a>, der Pleyel- UND Erard-Fl\u00fcgel hoch sch\u00e4tzte, gab dem Amateurkomponist Heusler noch Klavierstunden und<br>gab ihm den Rat, bei Erard einen Fl\u00fcgel in Auftrag zu geben, der dann wiederum per Pferdefuhrwerk 1853 nach Basel kam.!<\/p>\n\n\n\n<p>Heusler lud die K\u00fcnstler, deren \u00f6ffentliche Konzerte er in Basel mit-sponserte, morgens zu exclusiven KonzertMatinees in seinem Haus &#8218;Zossen&#8216; ein. Noch erhaltene Dokumente&nbsp;<a href=\"http:\/\/www.malermusicus.de\/erard\/bilder\/fluegel\/IMG_6489.PNG\">[1]<\/a>&nbsp;<a href=\"http:\/\/www.malermusicus.de\/erard\/bilder\/fluegel\/IMG_6490.PNG\">[2]<\/a>&nbsp;<a href=\"http:\/\/www.malermusicus.de\/erard\/bilder\/fluegel\/IMG_6491.PNG\">[3]<\/a>&nbsp;<a href=\"http:\/\/www.malermusicus.de\/erard\/bilder\/fluegel\/IMG_6498.PNG\">[4]<\/a>&nbsp;<a href=\"http:\/\/www.malermusicus.de\/erard\/bilder\/fluegel\/IMG_6495.PNG\">[5]<\/a>beweisen, dass Clara Schumann dutzende Male auf dem Fl\u00fcgel konzertierte,<br>aber auch Brahms 1873 in der Martinskirche auf DIESEM Fl\u00fcgel konzertierte, weil er speziell DIESEN Fl\u00fcgel so sch\u00e4tzte.<br>Eine erhaltene&nbsp;<a href=\"http:\/\/www.malermusicus.de\/erard\/bilder\/fluegel\/IMG_6492.PNG\">Zeitungkritik<\/a>&nbsp;der Basler Presse \u00fcber Brahms&#8216; klavierAbend 1874 in der Martinskirche beweist das.<\/p>\n\n\n\n<p>Franz Liszt, auch ein Freund Heuslers, besuchte Heusler oft und besass selber einen baugleichen ErardFl\u00fcgel, der heute noch<br>erhalten ist in einer \u00f6ffentlich zug\u00e4nglichen Privatsammlung, die k\u00fcrzlich aus Weimar nach D\u00fcsseldorf verbracht wurde.<\/p>\n\n\n\n<p>1920 musste Heuslers Haus, die &#8222;ZOSSEN&#8220;, (gegen\u00fcber v.&#8217;L\u00e4ndliheim&#8216; in der St.Alban Vorstadt), leider verkauft werden,<br>weil Heuslers Nachfahren ihre Fabriken in Deutschland im 1.Weltkrieg verloren und pleite waren.<\/p>\n\n\n\n<p>Der junge Rudolf Serkin spielte auf dem Erard in der St.Alban Vorstadt, Basel, direkt vor dem 1.Weltkrieg noch<br>ein letztes exclusives Hauskonzert bei Heuslers Nachkommen.<\/p>\n\n\n\n<p>Eine Tochter, Hedwig Burckhardt, erbte dann 1920 den Fl\u00fcgel und stellte ihn in Riehen am auf, nachdem sie den<br>Kunsthistoriker Prof.Walter Ueberwasser geheiratet hatte, dessen Familie das betr. Haus am Moosweg 70 in Riehen kaufte,<br>das heute ein Neffe Ueberwassers , ein bekannter Lokalpolitiker, bewohnt.<\/p>\n\n\n\n<p>Dort stand der ErardFl\u00fcgel bis um 1982, als Frau \u00dcberwasser starb, die ich Tante Hedwig nennen durfte, weil die Familie<br>mit uns befreundet war und ich von Kind an auch diesen Fl\u00fcgel kannte. Eine ihrer T\u00f6chter, mit der zusammen<br>ich 1944 in der Riehener Dorfkirche von Pfarrer Brefin getauft wurde, &#8211; Vorg\u00e4nger von Pfr.Wieser, Pfr.Pfendsack , Riehen, &#8211;<br>ist meine \u00e4lteste Freundin.<\/p>\n\n\n\n<p>Tante Hedwig \u00dcberwasser-Burckhardt klagte oft, &#8222;dass sie kein Geld h\u00e4tte, den kostbaren Fl\u00fcgel jemals restaurieren<br>zu lassen, den man doch unbedingt f\u00fcr \u00f6ffentliche Konzerte nutzen k\u00f6nnen sollte!&#8220;<\/p>\n\n\n\n<p>Um 1990 kam der Fl\u00fcgel nach Berlin zu einer Erbin und Enkelin Hedwig Ueberwasser-Burckhardt&#8217;s, einer Klavierlehrerin<br>in Berlin, wie ich, die aber auch kein Geld hatte, ihn zu restaurieren und die sich mit mir in Verbindung setzte.<br>Ich kaufte ihr den Fl\u00fcgel ab und liess ihn in Berlin sorgf\u00e4ltig und streng konservativ restaurieren, unter strikter verwendung<br>und Restaurierung des vollst\u00e4ndigen authentischen histor.Materials, &#8211; also weder neue Filzh\u00e4mmer, noch neue Saiten! &#8211;<br>um den Klang, den Brahms so sch\u00e4tzte, unter allen Umst\u00e4nden authentisch zu erhalten.<\/p>\n\n\n\n<p>Ich selber lebe seit 1973 in Berlin, wo ich Kirchenmusik studierte , &#8211; ab 1973 in der Spandauer Kirchenmusikschule,<br>u.a, noch bei dem legend\u00e4ren Prof.Ernst Pepping und Prof.Karl Hochreither, Leiter des Berliner BachChores der<br>&#8222;Kaiser Wilhelm Ged\u00e4chtnisKirche&#8220;, &#8211; der legend\u00e4ren Kirchenmusikschule im Berlin-Spandauer Johannesstift, &#8211; die auch<br>wegen der KirchenmusikKomponisten Hugo Distler und Prof.Ernst Pepping sehr bekannt wurde.<\/p>\n\n\n\n<p>So kam es, da\u00df ich neben meiner T\u00e4tigkeit als Musikwissenschaftlerin und Klavierlehrerin an Berliner Volksmusikschulen<br>auch immer mal VertretungsGottesdienste orgelte und, bis heute, Mitglied der Berliner lutherischen Kirche wurde.<\/p>\n\n\n\n<p>Der kostbare Fl\u00fcgel stand in Berlin eine Weile leihweise in einer Konzertgruppe, den Friedenauer Kammerkonzerten&#8216;,<br>die jedoch st\u00e4ndig an der pleite entlang hangelten, und die wiederrum total abh\u00e4ngig von staatlichen Zusch\u00fc\u00dfen sind.<br>In Berlin ist dann jeweils schnell der Gerichtsvollzieher da.<\/p>\n\n\n\n<p>Die neue Leitung der o.g. Konzertgruppe wollte 1995 &#8211; nach dem Tod der Gr\u00fcnder, Prof.Tracey und Prof.Junghans,<br>mit denen ich noch freundschaftlich verbunden war &#8211; sich nunmehr auf meine Kosten, mit Hilfe des prominenten<br>Clara-Schumann \/ Brahms &#8211; Fl\u00fcgels ihr Image aufwerten:<br>N\u00e4mlich durch \u00f6ffentliche Erpre\u00dfung, indem sie die ehemals ostberliner, &#8211; damals aber noch sehr korrupte, obrigkeitsh\u00f6rige ! &#8211;<br>&#8222;Berliner Zeitung&#8220;, kontaktierte, &#8211; die, ohne mein Wissen, prompt einen Artikel \u00fcber mich schrieb ! &#8211; und welcher Zeitung<br>diese Konzertgruppenleitung 1995 folgende L\u00fcge steckte:<\/p>\n\n\n\n<p>&#8230;..&#8220;die grossz\u00fcgige Klavierlehrerin V.Wenk schenkte der betr.Konzertgruppe einen &#8218;Brahmsfl\u00fcgel&#8217;&#8230;.&#8220;,<br>wobei die betr. Redakteurin bei mir nat\u00fcrlich gar keine Gegenrecherche machte!<\/p>\n\n\n\n<p>Klaviersch\u00fcler st\u00fcrmten bei mir rein und meldeten mir:<br><a href=\"http:\/\/www.malermusicus.de\/erard\/bilder\/fluegel\/IMG_6500.PNG\">&#8222;Frau Wenk, Sie stehen in der Zeitung&#8230;.! Sie sollen einen Fl\u00fcgel verschenkt haben!&#8220;<\/a><br><br>Ich hatte grade abertausende in die Fl\u00fcgelrestaurierung gesteckt&#8230;.die Konzertgruppe organisierte Konzerte auf dem Fl\u00fcgel,<br>zu denen mir jedoch, als es zum konflikt kam, sogar Hausverbot erteilte, &#8211; und jetzt das!<br>Und war total baff \u00fcber diese \u00f6ffentliche Unversch\u00e4mtheit!<\/p>\n\n\n\n<p>Sofort ging ich vor Gericht, was leider Jahrelang dauerte, denn ich hatte den in GratisLeihe befindlichen Fl\u00fcgel nat\u00fcrlich<br>niemals verschenkt, sondern wollte ihn der Konzertgruppe in zeitlich unbegrenzte Dauerleihe geben.<br>Und das vorallem, um ihn zu sch\u00fctzen, falls die Konzertgruppe bankrott gehen sollte und der Gerichtsvollzieher drohen k\u00f6nnte,<br>zumal nach der deutschen Wiedervereinigung f\u00fcr Kultur in Berlin wenig Geld vorhanden war.<\/p>\n\n\n\n<p>Mein eigener Anwalt liess sich von der Gegenseite kaufen, wie sich sp\u00e4ter herausstellte, was die Presse dann auch schrieb.<br>Als es zum Prozess kam, (bei dem ich nicht anwesend sein konnte), stellte sich heraus, dass der Richter allen Ernstes<br>Privatpatient der Orthop\u00e4din, Frau Greve, war, also = der Gesch\u00e4ftsLeiterin dieser Konzertgruppe, was mein korrupter Anwalt<br>mir nat\u00fcrlich nicht meldete.<\/p>\n\n\n\n<p>Da diese Konzertgruppe auch hie und da in der EosanderKapelle des Schlosses Charlottenburg konzertierte, bot mir<br>der Leiter von &#8222;preussische G\u00e4rten u.Schl\u00f6sser Berlin- Brandenburg&#8220; an, den Fl\u00fcgel dort aufzustellen, zumal dort<br>sog. &#8222;Museumstemperatur&#8220; (=18\u00b0\/50% Luftfeuchtigkeit) ist.<br>Dies, weil ich nicht wollte, dass mein Fl\u00fcgel weiter in dem Konzertgruppen-eigenen Saal in Berlin- Friedenau steht,<br>wo der beheizte (!!!) Fussboden eine t\u00f6dliche Gefahr f\u00fcr den Resonanzboden wurde, und wo die Berliner Hochschule der K\u00fcnste<br>auch noch Unterricht abhielt und jeder auf dem kostbaren Fl\u00fcgel klimpern konnte.<\/p>\n\n\n\n<p>Und deswegen war das eine Gefahr, dass der Fussboden so heiss war, weil der Fl\u00fcgel-Resonanzboden, in Holzbahnen<br>mit historischem Hasenknochenleim verleimt, durch aufsteigende W\u00e4rme ausgetrocknet und zerst\u00f6rt worden w\u00e4re.<br>Ich wollte daher unbedingt, dass der Fl\u00fcgel ins Berliner Museum Schloss Charlottenburg kommt, wo auch st\u00e4ndig Konzerte stattfinden.<\/p>\n\n\n\n<p>Ich beantragte in n\u00e4chster Instanz vor dem Berliner KammerGericht, dass mein Eigentum im Schlo\u00df Charlottenburg<br>in &#8222;Museumstemperatur&#8220; aufgestellt werden m\u00fcsse, wo die Konzertgruppe ebenfalls ihre Konzerte oft veranstaltete,<br>wie das in vielen Museen Berlins st\u00e4ndige Praxis ist.<\/p>\n\n\n\n<p>Ich wollte der Konzertgruppe , bezw. dem Berliner Publikum den Fl\u00fcgel also nicht wegnehmen, sondern mein Eigentumsrecht<br>gerichtlich absichern lassen.<\/p>\n\n\n\n<p>Leider war inzwischen eine Freundin der Leiterin, Karen Greve, &#8211; eine korrupte CDU-Politikerin, Hanna Renate Laurien, die grade die OlympiaGranden mit einem Porzellan-Service(Wert: 40&#8217;oooDM) bestochen hatte, &#8211; Schirmherrin dieser &#8222;Friedenauer Kammerkonzerte&#8220; geworden, &#8211; sodass ich mich hilfesuchend an den Politiker v.Weizs\u00e4cker wandte, den ich pers\u00f6nlich kannte.<br>Denn ich wollte unbedingt, dass der Fl\u00fcgel ins Schloss Charlottenburg kommt, wo diese &#8222;Museumstemperatur&#8220; herrscht.<\/p>\n\n\n\n<p>Denn moderne , zentralbeheizte LuftTrockenheit zerst\u00f6rt antike M\u00f6bel, vorallem bei Fu\u00dfbodenheizung: durch aufsteigende W\u00e4rme<br>br\u00f6selt dieser antike Hasenknochenleim auch bei andern antiken M\u00f6beln aus.<br><a href=\"http:\/\/www.malermusicus.de\/erard\/bilder\/fluegel\/IMG_6502.PNG\">Alice Str\u00f6ver, Gr\u00fcne,<\/a>&nbsp;machte 1997 eine kleine Anfrage im Berliner Parlament wegen des gef\u00e4hrdeten Fl\u00fcgels.<br>Diese Argumente kamen bei Hanna Renate Laurien gar nicht an. Sie verh\u00f6hnte mich \u00fcberheblich in einem Brief,<br>den ich Weizs\u00e4cker weiterleitete.<\/p>\n\n\n\n<p>Bei historischer Ofenheizung wurde fr\u00fcher immer Luftfeuchtigkeit durchs Kamin hereingezogen, erst unsere modernen Heizungen<br>zerst\u00f6ren Resonanzb\u00f6den historischer Klaviere. Fussbodenheizung ist da t\u00f6dlich.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"http:\/\/www.malermusicus.de\/erard\/bilder\/fluegel\/IMG_6502.PNG\">Weizs\u00e4cker<\/a>&nbsp;schrieb mir, dass er sich gegen diese Politikerin jederzeit f\u00fcr meine Integrit\u00e4t verb\u00fcrgen w\u00fcrde.<br><a href=\"http:\/\/www.malermusicus.de\/erard\/bilder\/fluegel\/IMG_6500.PNG\">Dieser Brief ist sogar im Internet<\/a>&nbsp;<a href=\"http:\/\/www.malermusicus.de\/erard\/bilder\/fluegel\/IMG_3640.JPG\">[2]<\/a>.<\/p>\n\n\n\n<p>Nach Jahren der Prozesse gewann ich dann vor dem obersten Berliner Kammergericht, das seit Friedrich dem Grossen den Ruf hat, auch dem Schw\u00e4cheren Recht zu geben&#8230;. (&#8230;.&#8220; Es gibt noch ein Kammergericht in Berlin&#8220; sagte man einem M\u00fcller im 18. Jahrhdt., der gegen die Obrigkeit einen Prozess gewann!)<\/p>\n\n\n\n<p>Die bekannte&nbsp;<a href=\"http:\/\/www.malermusicus.de\/erard\/bilder\/fluegel\/IMG_6505.PNG\">Richterin, Frau Knobloch<\/a>, ging sogar \u00fcber meinen Antrag hinaus und verf\u00fcgte schriftlich, dass ich den Fl\u00fcgel abholen m\u00f6ge, weil ich vielfach betrogen worden war und &#8222;mir eine weitere Kooperation mit dieser Konzertgruppe nicht mehr zumutbar sei.!&#8220;<\/p>\n\n\n\n<p>Ich selber h\u00e4tte gern gehabt, dass das Angebot des Schlosses Charlottenburg zustande gekommen w\u00e4re, den Fl\u00fcgel in den<br>historischen R\u00e4umen von K\u00f6nig Friedrich Wilhelm IV aufzustellen, der ebenfalls einen &#8211; im 2. Weltkrieg verloren gegangenen &#8211; Erard &#8211; Fl\u00fcgel besass, auf dem ebenfalls Clara Schumann, dort bei Hofe- ! &#8211; oft konzertierte!<\/p>\n\n\n\n<p>Ich wusste jetzt ja gar nicht, wohin jetzt mit dem Fl\u00fcgel!<\/p>\n\n\n\n<p>Ich wollte den Fl\u00fcgel dem Berliner Publikum eigentlich erhalten! Denn die Konzerte dieser Konzertgruppe waren ja hervorragend.<br>Bloss die narzi\u00dftisch eitle und d\u00fcnkelhaft \u00fcberhebliche neue Gesch\u00e4ftsLeitung mit der Schirmherrin Hanna Renate Laurien dieser Konzertgruppe waren mir gegen\u00fcber skrupellos!<\/p>\n\n\n\n<p>Nun stand ich da und sollte auf GerichtsBeschlu\u00df den Riesenfl\u00fcgel abholen, ohne selber Platz zu haben.<\/p>\n\n\n\n<p>Vorallem war es ein lebenslanger , oft ge\u00e4u\u00dferter Wunsch von Tante Hedwig \u00dcberwasser- Burckhardt gewesen, dass der Fl\u00fcgel in \u00f6ffentlichen Konzerten f\u00fcr alle Menschen eines Tages wieder zu Verf\u00fcgung steht!<\/p>\n\n\n\n<p>Und das , wie sie immer betonte, nicht nur f\u00fcr &#8222;h\u00f6here Gesellschaftsschichten&#8220; wie dem &#8222;Basler Teig&#8220;(freundlicher Spottname f\u00fcr die<br>&#8222;Basler Oberschicht&#8220; historischer alter Familien in der Biedermeierzeit), &#8211; sondern allen Menschen, n\u00e4mlich allen originellen,<br>musikfreudigen Baslern im &#8222;Daig&#8220; UND ausserhalb vom &#8222;Daig&#8220;, &#8211; und auch allen Nichtbaslern&#8230;.<\/p>\n\n\n\n<p>Tante Hedwig, Enkelin von Daniel Heusler, spezifisch urbaslerisch originell, schrullig, intelligent-schlagfertig und witzig, war au\u00dferdem selber hoch kreativ und der g\u00fctigste Mensch &#8211; aber auch absolut ohne jeden Standesd\u00fcnkel. Mit beinahe 80 Jahren besuchte sie noch viele Altenheime, wo sie \u00fcberall AntiAtomkraftwerke &#8211; Zettel verteilte &#8211; &#8222;bei alten Leuten, die aber alle viel j\u00fcnger als sie seien&#8230;,&#8220; wie sie augenzwinkernd sagte!<\/p>\n\n\n\n<p>Tante Hedwig war ein solches Original, dass man ein Buch \u00fcber sie schreiben k\u00f6nnte.<br>Ihre T\u00f6chter waren die Geigenbauerin Brigitte Wilhelm, die Kirchenfresken-Restauratorin Adelheid Brodwolf und eine Tochter,<br>Cornelia Hansen, ist verheiratet mit dem \u00f6ffentlich bekannten &#8222;Bauer Hansen&#8220;, dem ersten Erbauer von strom-erzeugenden Windm\u00fchlen N\u00e4he D-Husum. &#8211;<\/p>\n\n\n\n<p>Dank dem prominenten Denkmalsch\u00fctzer, Historiker und M\u00fcnsterbauh\u00fctten-Leiter, PETER BURCKHARDT und<br>dessen Vermittlung, kehrte der Erard-Fl\u00fcgel endlich wieder nach Hause, &#8211; nach Basel und ins Wildt&#8216; sche Haus.!<br>Burckhardt war ab ca.1975 bis ca.2008 Leiter der Basler M\u00fcnsterbauh\u00fctte, zu deren Gunsten ich diese BenefizKonzerte mache.<\/p>\n\n\n\n<p>Die M\u00fcnsterbauh\u00fctte geh\u00f6rte davor lange zum Baugesch\u00e4ft WENK meines Vaters, &#8211; davor meines Gro\u00dfvaters Otto Wenk- Faber, zusammen mit Karl Burckhardt-Koechlin, als Firma &#8218;BURCKHARDT WENK&#8216; , die im Melchior Berri- Haus in der Malzgasse 16 domizilliert war.<\/p>\n\n\n\n<p>Denn das Basler Musikmuseum , dem ich davor den Fl\u00fcgel zun\u00e4chst ebenfalls angeboten hatte, sandte mir sofort einen Vertrag:<br>&#8222;dass ich denen den Fl\u00fcgel schenken m\u00fcsse und sie allein dar\u00fcber verf\u00fcgen wollten, ob er auch mal konzertant gen\u00fctzt w\u00fcrde,<br>denn vorl\u00e4ufig k\u00e4me er dann jahrelang ins MuseumsMagazin, und ich m\u00fcsste keine Miete zahlen, wenn ich ihn sofort verschenke.&#8220;&#8220;Konzerte f\u00e4nden im Musikmuseum im Lohnhof nie statt, die Besucher k\u00f6nnten sich ein Abspielger\u00e4t ausleihen,<br>und mit dem Kopfh\u00f6rer am Ohr die hinter Glas befindlichen antiken Instrumente h\u00f6ren,&#8220; musste ich mir allen Ernstes anh\u00f6ren!<\/p>\n\n\n\n<p>Ich war entsetzt.<br>Zwar hat auch das Berliner MusikinstrumentenMuseum hinter der Philharmonie solche Kopfh\u00f6rer, aber dort, im offenen Museumsraum, finden fast allabendlich Konzerte statt auf vielen der dort sorgf\u00e4ltig restaurierten Instrumenten!<\/p>\n\n\n\n<p>Auch in Holland oder England ist Konzertbetrieb mit historischen Instrumenten normal!<\/p>\n\n\n\n<p>Basel wollte mit der damals in Mode gekommenen Museums-Computerei wieder einmal &#8222;modern&#8220; sein &#8211; mit diesem virtuellen Sektenglauben &#8211; und liess unz\u00e4hlige, &#8211; mit Paul Sachers Geld sorgsam restaurierte ! &#8211; Instrumente einfach verstauben!<br>In diese R\u00e4umen durfte mein Fl\u00fcgel NICHT kommen!Ich muss ehrenhalber allerdings betonen, dass das Musikmuseum Basel HEUTE, anders als vor 20 Jahren, l\u00e4ngst eine neue hochkompetente, freundliche Leitung hat, die mir \u00e4u\u00dferst hilfsbereit beisteht bei der Verteilung unserer Konzert-Programme<br>und Werbung f\u00fcr unsere Pro-Altstadt-Konzerte Basel.<\/p>\n\n\n\n<p>Ich bin auch Historikerin und Musikwissenschaftlerin mit Schwerpunkt &#8220; Geschichte der Tasten-instrumente&#8220;, und wurde in Berlin \u00f6fter als Vertretung ins MusikinstrumentenMuseum (hinter der Philharmonie) geholt, um einzuspringen f\u00fcr den verreisten oder auch mal erkrankten offiziellen Museumsf\u00fchrer, der auf div.Instrumenten f\u00fcr u.a. die Touristen auch spielte und sie genau erkl\u00e4rte &#8211; und auch ich machte das auf deutsch und englisch, wenn ich mal vertreten durfte, und erkl\u00e4rte die Cembali etc. und spielte darauf.<\/p>\n\n\n\n<p>Abends finden im Berliner MusikinstrumentenMuseum st\u00e4ndig konzerte auf restaurierten histor.Instrumenten statt.<br>In Basel waren alle Instrumente in staubfreien Glask\u00e4sten in schwarz (!!) gestrichenen M\u00f6nchszellen des ehem.Klosters<br>im &#8222;Lohnhof&#8220;. Authentisches H\u00f6ren gab es vor 20 Jahren nicht&#8230;.<\/p>\n\n\n\n<p>F\u00fcr Basel war ich als Riehener Musikwissenschaftlerin aus Berlin damals auch da nicht gut genug, &#8211; die verbohrte Basler B\u00fcrokratie<br>nahm 1999 auch mein Angebot gar nicht an, Sonntags Gratis F\u00fchrungen im &#8222;Lohnhof&#8220;zu machen! &#8211;<\/p>\n\n\n\n<p>Zum Lohnhof, bis vor etwa 30 Jahren UntersuchungsGef\u00e4ngnis, habe ich \u00fcbrigens eine eigene Beziehung.<br>Da war ich n\u00e4mlich, 5 Monate alt, 1944 mit meiner holl\u00e4ndischen Mutter monatelang eingeperrt.<br>Meine Mutter hatte 1944 wochenlang einen j\u00fcdischen Holl\u00e4nder im Riehener Elternhaus,<br>dem von Gemeindepr\u00e4sident Otto Wenk 1901\/2 erbauten Sieglinhof, versteckt.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Fl\u00fcchtling war ein holl\u00e4ndischer Bekannter meines Grossvaters in Rotterdam, der 1944 illegal \u00fcber die &#8222;gr\u00fcne Grenze&#8220; nachts nach Riehen floh, und der bei uns \u00fcbrigens wunderbar Klavier spielte, dann sich weiter nach Genf durchschlagen und von dort nach USA fliegen wollte, &#8211; aber auf seiner Weiterreise , noch in Riehen, von der Polizei geschnappt wurde und einen Zettel mit unserer Adresse noch bei sich trug, welcher der Polizei in die H\u00e4nde fiel, die den Fl\u00fcchtling dann sofort \u00fcber die deutsche Grenze nach L\u00f6rrach ausschaffte.<br>Mama wurde mit mir, 5 Monate, verhaftet und im Lohnhof wochenlang t\u00e4glich Kreuzverh\u00f6ren unterzogen.<br>Da sie schon mit 21(!!) den Dr.jur. an der Universit\u00e4t NL-Leiden geschafft hatte, obschon sie als Werkstudentin das Studiengeld selber verdienen mu\u00dfte, war sie den Basler Kriminalkommiss\u00e4ren intellektuell haushoch \u00fcberlegen und konnte sich grandios herausreden.<br>Dem Juden konnte sie nicht mehr helfen, er wurde sofort nach der Abschiebung aus L\u00f6rrach und von dort ins KZ verbracht.<\/p>\n\n\n\n<p>1945 erfuhren wir seine Ermordung.<\/p>\n\n\n\n<p>Mama musste sich noch bl\u00f6d anmachen lassen von der faschistoiden Basler Polizei:<br>&#8222;dass sie eine ausl\u00e4ndische Zuchth\u00e4uslersTochter sei&#8220;&#8230;!<\/p>\n\n\n\n<p>Denn mein holl\u00e4ndischer Gro\u00dfvater sass bei Arnheim seit 1941 in einem NaziGeisellager.<br>Er war Nichtjude und in der obersten Leitung einer Rotterdamer Widerstandsgruppe, die die Nahrungsmittelversorgung f\u00fcr in Rotterdamer Kellern versteckte Juden organisierte. Er war vom eigenen Nachbarn, einem NSB- Mann (holl\u00e4nd.Nazipartei) an die Gestapo verraten worden.<br>1948 bekam er aus der Hand der K\u00f6nigin Wilhelmina pers\u00f6nlich den h\u00f6chsten Ritterorden &#8222;Oranje Nassau&#8220; f\u00fcr seine NS &#8211; ZwangslagerHaft &#8211; und auch daf\u00fcr, wie das begr\u00fcndet wurde, &#8222;da\u00df er selber auch ganz pers\u00f6nlich mit seiner Widerstandst\u00e4tigkeit, wo er auch st\u00e4ndig Juden und andere Verfolgte versteckte, hunderte Menschen rettete&#8220;. &#8211;<\/p>\n\n\n\n<p>Und jetzt, 1999\/2000, traf ich also auf einen umgenutzten Lohnhof mit pechschwarz gestrichenen, ehemaligen M\u00f6nchstellen und staubfrei in Glask\u00e4sten eingesperrten wundersch\u00f6nen historischen Musikinsrrumenten, die man jaaaa nicht life h\u00f6ren darf &#8211; und erlebte sie wieder, diese beamten-artig &#8211; strenge BetonSchweiz, die manchmal so total lebensfremd sein kann. &#8211; Zum Gl\u00fcck herrscht heute im Musikmuseum l\u00e4ngst ein neuer freundlicher Ton.<\/p>\n\n\n\n<p>Aber Peter Burckhardt, ein wunderbarer, toller und erfolgreich denkmalsch\u00fctzerisch engagierter, lustiger, frecher Basler, vers\u00f6hnte mich wieder mit der Schweiz.<\/p>\n\n\n\n<p>Dank ihm kam der Fl\u00fcgel ins Wildt&#8217;sche Haus.!<\/p>\n\n\n\n<p>Der liebensw\u00fcrdige, fabelhaft Cello spielende Jurist, Prof.Staehelin, StiftungsPr\u00e4sident vom Wildt&#8217;schen Haus, leider inzwischen verstorben, &#8211; war dann ebenfalls &#8218;ein Herz und eine Seele&#8216; mit der Idee der Aufstellung des Fl\u00fcgels im wildt&#8217;schen Haus.<\/p>\n\n\n\n<p>Im l\u00e4ngst zugemauerten Kamin in dem sch\u00f6nen S\u00e4li im 1. Stock wurde ein Luftbefeuchter eingebaut und an die Wasserleitung angeschlossen, der automatisch und ger\u00e4uschlos immer angeht, sobald die Luftfeuchtigkeit im Raum unter 50% f\u00e4llt,<br>&#8211; garantiert also &#8222;Museumstemperatur&#8220;!<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Mein Vertrag mit dem Wildt&#8217;schen Haus lautet:<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>&#8222;,&#8230;.dass der Fl\u00fcgel immer in dieser Museumstemperatur sein muss und nur von einem spezialisierten Restaurator f\u00fcr Tasteninstrumente gepflegt und nie h\u00f6her als &#8218;415 Hertz&#8216; gestimmt werden darf, &#8211; seine Ursprungsh\u00f6he!<br>Und, dass der Fl\u00fcgel nach meinem Tod ins Eigentum der &#8218;Stiftung Wildt&#8217;sches Haus&#8216; \u00fcbergeht und nie verkauft werden darf und weiter f\u00fcr Konzerte gen\u00fctzt werden soll , &#8211; und auch jetzt schon f\u00fcr jeden, der im wildt&#8217;schen Haus klassische Konzerte machen will, ebenfalls zur Verf\u00fcgung stehen soll&#8230;.&#8220;<\/p>\n\n\n\n<p>Mir bleibt riesig wichtig, dass die Konzerte f\u00fcr JEDEN, grade auch f\u00fcr &#8222;bildungsferne Gesellschaftsschichten&#8220; und vorallem auch f\u00fcr deren Kinder und Jugendliche, offenstehen, so wie es Hedwig Burckhardt AUCH immer w\u00fcnschte.<\/p>\n\n\n\n<p>St\u00e4ndig dankbar bin ich meiner wichtigsten Mitarbeiterin, der Konzerts\u00e4ngerin und Pianistin EVA CSAPO,<br>&#8211; seinerzeit meine Mitstudentin am Basler Konservatorium, &#8211; dank ihr und ihrer vielf\u00e4ltigen Mitarbeit ist das st\u00e4ndige<br>hohe k\u00fcnstlerische Niveau der Konzerte m\u00f6glich.<\/p>\n\n\n\n<p>Verena Wenk<br>3. Januar 2018<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Clara Schumann-fl\u00fcgel, auf dem sie ab 1853 etwa 40 Hauskonzerte gab, stand 1852-1920 im Haus &#8218;Zossen&#8216;in der &#8222;Dalbe&#8220;(= St.Alban Vorstadt, historische Strasse der \u00e4ltesten Basler Familien) &#8211; beim Musikm\u00e4zen Daniel Heusler- Thurneysen. 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